Heute erzähle ich euch von meinem iPad-only Experiment, nachdem andere Bloggergrößen wie Lars Bobach oder Ivan Blatter es schon vorgemacht haben.

Handys und Smartphones haben, je nach Hierarchieebene, schon länger den Weg in unsere Unternehmen gefunden. Das Nutzungsverhalten hat sich mit der Zeit aufgrund der wachsenden Funktionen verändert. Waren die Geräte damals lediglich für die Telefonie und mit der Zeit auch für den E-Mail-Verkehr gedacht, können mittlerweile weitaus mehr arbeiten direkt über die mobilen Geräte erledigt werden.

Tablets hatten dagegen einen eher schwierigen Start. Anfänglich noch für ein reines Privatanwender oder Familiengerät gehalten, entwickelten sich die Geräte mit der Zeit auch zu wahren Firmengeräten.

iPad-only als Experiment

Da ich bisher schon immer ein begeisterter Nutzer von mobilen Geräten gewesen bin, konnte ich mich über kurz oder lang nicht davor drücken auch ein iPad-only Experiment durchzuführen.

Ich habe seit 2012 ein MacBook in Benutzung. Trotz des MacBooks habe ich im Laufe der Jahre immer weniger damit gearbeitet sondern mehr mit dem Smartphone. Im Herbst 2016 habe ich mich dann dazu entschieden doch ein iPad zu kaufen. Für den Anfang reichte mir ein iPad Air 2, welches ich auch heute noch nutze. Hin und wieder fände ich ein iPad Pro zwar großartig und nützlich, aktuell jedoch reicht mir das Air 2 völlig.

Beachten sollte man aufjedenfall die Arbeiten die man täglich zu verrichten hat. Viele Arbeiten lassen sich ohne Probleme auch auf einem iPad ausführen, bei anderen wiederum kommt das iPad an seine Grenzen.

Mein iPad nutze ich wie folgt:

  1. 1. Ulysses um alle meine Texte zu schreiben und gleichzeitig nach der Korrektur in mein Evernote Archiv zu exportieren.
  2. 2. Evernote, worüber ich mein papierlosen Büro führe, nutze ich auch als Bibliothek, Textarchiv, Wissensdatenbank und in seltenen Fällen als eine Art Clipboard für Texte wenn ich diese auf meinem MacBook brauche. (Ehrlich gesagt sehe ich nicht ein 45€ zu bezahlen um mir für seltene Momente Ulysses for Mac zu kaufen.)
  3. 3. Todoist nutze ich um alle meine Aufgaben zu planen, strukturieren und letztlich abzuarbeiten. Dabei finde ich es sehr praktisch, dass Todoist in guter GTD Manier die Möglichkeit bietet Projekte und beliebig viele Unterprojekte zu erstellen.
  4. 4. GoodNotes nutze ich für jede Gelegenheit in der ich handschriftliche Notizen brauche oder Formulare ausfüllen muss.
  5. 5. Als Browser kommen sowohl Safari als auch Chrome zum Einsatz. Hauptsächlich nutze ich Safari aufgrund der optimalen Integrierung ins iOS. Chrome nutze ich zum Beispiel wenn ich Texte korrigiere oder Seiten besuche die flüssiger unter Chrome laufen.
  6. 6. Als E-Mail Programm nutze ich Airmail. Nach den anfänglichen Start Schwierigkeiten, hat sich die App dann doch noch sehr vorteilhaft entwickelt. Die vielfältigen Möglichkeiten andere Services einzubinden, sowie das Interface ist klasse. 

Um das iPad als Arbeitsgerät zu nutzen werden ein paar Accessoires benötigt. Das wichtigste ist definitiv eine Tastatur, denn lange Texte auf dem Display zu tippen ist zwar möglich aber alles andere als effektiv. Zur Zeit benutze ich die Keys-to-Go von Logitech. Eine Bluetooth Tastatur, die wasserabweisend und leicht ist. Der Vorteil für mich gegenüber einem Tastatur Case ist die Flexibilität. Ich kann das iPad hinstellen wie und wo ich möchte und kann mit der Tastatur auf dem Schoß, dem Tisch oder sonst wo schreiben. Mit einem Tastatur Case ist die Flexibilität leider nicht in diesem Ausmaß gegeben.

Für handschriftliche Notizen nutze ich den Wacom CS-160 von Bamboo. Die Usability ist genauso wie die Optik sehr gut. Zum Schreiben reicht der Stift vollkommen, wobei besonders das Preis-Leistungsverhältnis besticht. Zeichnen und Malen tue ich nicht, ich bin mir aber sicher für 1.Klasse Bilder reicht der Stift, alles weitere sollte mit einem Stylus erfolgen der eine dünnere Spitze hat.

Wer das iPad als Arbeitsgerät nutzt braucht eine ordentliche Tastatur. Ob ein Tastatur Case oder… Klick um zu Tweeten

Weitere Accessoires werden je nach Nutzungsverhalten nötig.

Die Cloud als treuer Begleiter

Ein wichtiger Punkt der beachtet werden muss ist der fehlende Finder, beziehungsweise Explorer in der Fensterwelt. Um also die eigenen Daten zu speichern, zu bearbeiten und zu verwalten wird eine App benötigt.

Zur Nutzung bleiben hier diverse Optionen. Von OneDrive, GoogleDrive oder iCloud über einen eigenen Server à la NAS. Natürlich lassen sich auch Apps wie OneNote oder Evernote nutzen, diese können aber nicht den vollen Umfang gewährleisten wie die anderen Dienste. Mithife der Cloud besteht auch die Möglichkeit Geräte mit etwas weniger Speicherplatz zu erwerben, da viele Dateien in der Cloud gelagert werden.

Auch wenn viele Vorteile von den Clouddiensten begleitet werden, so gibt es ebenfalls kritische Stimmen die über den Kontrollverlust der eigenen Daten sprechen. Ein brandheißes Thema, das immer wieder hochkommt ist der Datenschutz. Da viele Unternehmen ihren Firmensitz und die Rechenzentren in den USA haben gilt auch der dortige Datenschutz.

 

Was soll dieses ganze iPad-only gedöns?

Eine gute Frage. Einige Vorteile sind:

Es ist leichte, günstiger ist es auch und zudem hat es hat einen Touchscreen.

Was mich betrifft, so finde ich es effektiver mit dem iPad zu arbeiten. Ich habe nicht das Gefühl schnell und oft abgelenkt zu werden. Auch komme ich nicht in den Genuss der Multitaskingfalle. Sicherlich kann man am iPad auch 2 Fenster parallel laufen lassen. Ich persönlich nutze dieses Feature so gut wie nie. In seltenen Fällen sehe ich einen Vorteil darin das Split-View Feature zu nutzen wenn ich Texte am iPad schreibe und korrigiere.

Alleine das Feeling, eine App offen zu haben die den gesamten Bildschirm füllt ohne den Background zu sehen. Am MacBook irritiert mich dieses Feature, am iPad ist es Standard und hilft mir mich zu fokussieren.

Der größte Faktor für mich iPad-Only zu arbeiten ist die Nutzung von iOS. Bevor ich mein iPad hatte habe ich regelmäßig auch mal auf dem iPhone gearbeitet, sodass ich in den Grundfesten bereits mit dieser Art des Arbeitens bekannt war. Der Wechsel auf das entsprechend größere Display war für mich ein enormer Fortschritt.

Ich denke, besonders für Unternehmen, dass der größte Vorteil in der Optimierung vieler Prozesse liegt. Meetings können papierloser gestaltet werden. Mitarbeiter sind mobiler und allen voran sind iPads in der Anschaffung kostengünstiger als etwaige Business Laptoplösumgen. Andererseits kann eine BYOD Policy leichter eingeführt werden, da viele Mitarbeiter bereits im privaten iPads nutzen. Dies verringert wiederum die Kosten für die Schulung des Personals, da diese mit einem gewohnten Gerät arbeiten.

 

Bis dahin keep going!

Merlin Mechler
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Ich bin ein absoluter Apple Fanboy, habe auch schon im Kundenservice von Apple und anderen Technikunternehmen gearbeitet. Weil ich im Frühjahr 2015 die Diagnose auf Multiple Sklerose bekommen habe, beschäftige mich damit ein produktiveres und entspannteres Leben mithilfe von digitalen Hilfsmitteln zu führen. Zudem ist es mir eine Vision auch anderen MS Betroffenen zu helfen den Alltag zu bewältigen.
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