Wie du das Pomodoro-Prinzip richtig anwenden lernst

Das Pomodoro-Prinzip ist die Methodik schlechthin, wenn es um effektives Pausenmanagement für mehr Leistung im Alltag und Business geht. Dennoch gibt es häufig Missverständnisse oder Unklarheiten in Bezug auf das Pomodoro-Prinzip. Grund genug, einmal genauer hinter die Aspekte des Prinzips zu schauen und zu durchleuchten, wie du optimal davon profitieren kannst.
 

 

Das Pomodoro-Prinzip. Nicht jeder kennt es und mag sich vielleicht fragen was dahinter steckt. Zuerst einmal zur Übersetzung. Pomodoro stammt aus dem italienischen und heißt Tomate. Um die Verwirrung gleich im Keim zu ersticken. Der Erfinder der Methode, ein schlauer Italiener, hatte beim erfinden der Methode eine Küchenuhr zur Hand, welche aussah wie eine Tomate. Das ist dann auch schon das Geheimnis hinter dem Namen.

 

Nun zum System hinter dem Pomodoro-Prinzip. Erforscht wurde die Wirkung von kurzen Pausen zwischen Arbeitszeiten. Somit wurden Arbeitsblöcke geschaffen, die durch kurze Regenerationsphasen getrennt wurden. Ursprünglich beruht die Methode auf dem 25/5 Takt. Das bedeutet, 25 Minuten Arbeit und dann 5 Minuten Pause. Dieses Vorgehen wird 4 mal wiederholt und dann durch eine große Pause von 25-30 Minuten beendet. Danach kann dann ein erneuter Durchlauf der sogenannten 4 Pomodori passieren.

 

Das Pomodoro-Prinzip in der Praxis

 

Da wir nun den Standardtakt der Methode kennen, wird dem einen oder anderen schon klar, was das Problem hierbei sein könnte.

 

Willst du wirklich nach 25 Minuten schon eine Pause machen?

 

Vielleicht bist du gerade so richtig in den Flow gekommen. (Welcher ja bekanntlich und wissenschaftlich belegt nach etwa 15 Minuten startet.) Und schon 10 Minuten nach dem Einstieg in den Flow unterbrichst du um danach dann wieder von vorne zu starten.

 

Klingt eher unproduktiv als effektiv. Und genau hier liegt das Problem für viele. Sicherlich gibt es arbeiten, die in 25 Minuten erledigt werden können. Du kannst auch deine einzelnen Aufgaben in kleine Zwischenschritte herunterbrechen um diese in die 25 Minuten zu quetschen.

 

Soviel was du machen könntest. Theoretisch. Und nun kommen wir zur Praxis und stellen fest, dass die gedachte Umsetzung gar nicht so einfach ist. Zur Auflösung und einem besseren System kommen wir später. Sehen wir uns einmal das zweite Problem an, dem viele Anwender der Pomodoro-Technik verfallen.

 

Die 5 Minuten Pause. Perfekt um mal eben Facebook und andere Socials zu checken. Die neuesten Mails zu lesen oder den Arbeitsplatz aufzuräumen. Du sollst ja schließlich eine Pause von deiner großen Aufgabe machen.

 

Und dennoch gibt es soviele andere Dinge die erledigt werden. Also checkst du eben deine Mails, Socials und räumst auf. Nach den 5 Minuten, vielleicht sind es auch schon 10 geworden, weil du die Zeit vergessen hast, setzt du dich wieder an die große Aufgabe und arbeitest weiter.

 

Ich kann dir eines versichern. Wenn du das einen Tag lang durch hältst, Respekt! Deine Arbeit wird trotzdem nicht so optimal sein. Einen weiteren Tag oder gar eine ganze Woche wirst du das vermutlich nicht packen. Solltest du es dennoch versuchen, bist du dabei zu einem Workaholic zu werden, der über kurz oder lang ins Burnout gleitet.

 

Zeit also gleich jetzt aufzuhören.

 

Stell dir für die 5 Minuten einen Timer. In dieser Zeit machst du Pause! Du stehst auf, bewegst dich etwas, machst dir einen Kaffee oder rauchst eine. (Sorry an alle Nichtraucher oder Gesundheitsfreaks, aber für Raucher ist das der optimale Zeitpunkt ohne sinnlos die Arbeitszeit zu unterbrechen und Bewegung wie “frische” und eben nicht frische Luft zu bekommen.)

 

Nach den 5 Minuten kannst du dann normal weiterarbeiten. Mit neuer Energie. Nochmal ein letzter Reminder hierzu. Das Pomodoro-Prinzip ist dafür ausgelegt, deine Leistung langfristig hoch zu halten durch effiziente Pausen- und Arbeitszeiten.

 

Schauen wir uns nun eine Lösung für das erste Problem mit der begrenzten Arbeitszeit an.

 

Das Pomodoro-Prinzip optimiert und Businesstauglich gemacht

 

Wie bereits erkannt sind 25 Minuten ein sehr kurzes Zeitfenster.

 

Mach dir aber eines klar. Es gibt keine Pomodoro-Polizei, die dich verhaftet wenn du außerhalb dieses Taktes arbeitest. Leider wird hier häufig falscher Rat gegeben. Nimm den Rahmen des Prinzips und erweitere es.

 

Ich möchte dir dazu einmal meine Anwendung des Pomodoro-Prinzips aufzeigen. Mein Alltag ist, gerade durch meine Erkrankung und die damit verbundene kognitive Beeinträchtigung, begrenzt. Dennoch bringe ich Leistung indem ich einen ganz klaren Rahmen erstellt haben in dem ich arbeite.

 

Dabei habe ich Thematische Blöcke erstellt. Beispielsweise das erstellen von Content. Also das schreiben von diesem Text hier. Dann administrative Tätigkeiten wie das einpflegen, recherchieren und korrigieren des erstellten Contents. Und zum Schluss gibt es noch einen Block, der für Mails, Social Media und andere eher “unwichtige” Tätigkeiten ausgelegt ist.

 

Nun nutze ich von meinen etwa 4 Stunden am Tag also 2 Stunden für die Erstellung von Content, 1 Stunde für das einpflegen, korrigieren oder Recherchieren und eine Stunde für den Rest. Somit habe ich 3 Blöcke.

 

Da ich bei der Content Erstellung schnell in den Flow komme und dieser die gesamten 2 Stunden anhalten kann ziehe ich diesen Block meistens vollständig durch. Danach mache ich eine Pause von 30-60 Minuten. Dann setze ich mich mit dem nächsten Block auseinander. 60 Minuten arbeit und danach etwa 10 Minuten Pause. Dann kommt der letzte Block. Wieder 60 Minuten arbeit und dann Pause.

 

Für den restlichen Tag habe ich für aktive Arbeit auf normalen oder hohen Niveau keine Kraft mehr.

 

Diese Aufstellung des Tages soll dir aber zeigen, dass du mit der Anwendung des Pomodoro-Prinzips variieren kannst.

 

Für gewöhnlich solltest du die Pausen etwa 1:1 zur Arbeitszeit erhöhen. Das bedeutet also, dass nach 25, 50, 75 oder 100 Minuten dann entsprechende Pausen von 5, 10, 15, oder 20 Minuten stattfinden sollten. Auch hier kannst du natürlich schwanken. So kannst du statt 50 Minuten auch 60 Nehmen und dann 10 Minuten Pause machen.

 

Das entscheidende ist hierbei nur, dass du nach jedem Arbeitsblock eine Pause machst um deine Kraft regenerieren zu lassen.

 

Die Methode mit dem Thematischen Arbeiten kann dir ebenfalls helfen um weitaus produktiver zu werden, weil du so für jeden Block eine Gewohnheit aufbauen kannst. So nutze ich während meiner Content Erstellung den gezielten Einsatz von Musik um auf Knopfdruck Leistung zu bringen. Durch den Start des entsprechenden Blocks wirst du mit der Zeit automatisch in das richtige Mindset für das Thema kommen und somit mehr Leistung abrufen können.

 

Versuche also für den unterschiedlichen Thematiken und Blöcke unterstützende Reize zu finden wie Musik, bestimme Arbeitsplätze oder sogar bestimmte Arbeitszeiten. Hier nochmal etwas von mir. Am besten kann ich zum Beispiel arbeiten und Texte schreiben wenn es spät Abends ist. Etwa 21 Uhr und später. Das zeigt auch wieder, das eben nicht nur der frühe Vogel den Wurm fängt sondern, dass wir alle unterschiedlich sind. Ich kann nicht um 5:30 aufstehen und anfangen zu arbeiten. Ich kann aber auch um 2 Uhr Nachts noch hochproduktiv Leistung bringen.

 

Finde einfach deinen Weg um das meiste aus dir herauszuholen.

 

Da wir nun etwas sehr weit vom Kernthema, dem Promodoro-Prinzip, sind wünsche ich dir bei der Anwendung in Zukunft viel Spaß und Erfolg und hoffe dir mit diesem Artikel etwas mehr Klarheit gebracht zu haben.

 

Jetzt bist du dran! Wenn du Hilfe bei der Umsetzung des Pomodoro-Prinzips brauchst und damit ein effektives und effizientes System erschaffen willst um Höchstleistungen abzurufen, dann buch dir am besten gleich jetzt einen Termin für ein kostenloses Strategiegespräch mit mir. 

18 Kommentare zu „Wie du das Pomodoro-Prinzip richtig anwenden lernst“

  1. Also das typische Pomodoro-Prinzip wäre absolut nichts für mich. Nach 25 Minuten bereits eine Pause zu machen, würde bei mir wirklich den „Flow“ bei der Arbeit unterbrechen, wie du schon geschrieben hast. Aber ich versuche auch nach gewissen Blöcken zu arbeiten und dann eben danach auch meine Pausen zu richten 😊

    Ein spannender Beitrag jedenfalls!

    Lieben Gruß,
    Alice von https://alicechristina.com

  2. Über das Pomodoro-Prinzip hätten wir damals auf der Uni gelernt, aber irgendwie habe ich es nie wirklich angewandt… aber mir persönlich sind auch 25 Minuten zu wenig – da komme ich gerade erst so richtig rein und will nicht schon wieder Pause machen 🙂

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    1. Vollkommen verständlich, 25 Minuten reichen vielleicht für ein paar kleine Aufgaben wie Mails checken oder so.

      Da sieht man mal wieder wir wichtig es ist Sachen zu lernen, diese aber zu hinterfragen und eventuell anzupassen. Dann kann die Pomodoro-Technik auf einmal auch super praktisch werden.

  3. Ich finde ja, 25 Minuten sind tatsächlich viel zu kurz vor einer Pause! Da habe ich mich meist erst richtig in ein Thema rein gedacht und kann erst richtig starten, das zu unterbrechen könnte einen Neuanfang bedeuten. In meinem Job wurde ich sehr oft zB durch das Telefon oder vorbeilaufende Menschen unterbrochen und habe mich oft in der “wo war ich nochmal” Phase befunden. Allerdings ist es sehr sinnvoll, sich öfter als nur in der Mipa kurz zu sammeln! Hier habe ich immer zwischen den Pausen jeweils eine raucherpause eingelegt (immer gegen 10 und gegen 15 uhr). Das hat mir oft schon sehr geholfen.
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

    1. Genau das gleiche ist mir auch aufgefallen, 25minuten sind zu wenig. Nachweislich kommen wir erst nach etwa 15 Minuten in den Flow-Zustand und unterbrechen diesen dann nach 10 Minuten. Also eher unproduktiv.

      Mit den Raucherpausen verstehe ich das auch, damals habe ich das ähnlich gemacht.

  4. Danke für den interessanten Beitrag! Hab schon mal davon gehört, aber es dann nicht weiter verfolgt! Ich nehme mir ja viel zu selten eine Pause von der Arbeit. In letzter Zeit versuche ich allerdings das Frühstück am Vormittag und das Mittagessen am frühen Nachmittag wirklich zur kurzen Entspannung zu “nutzen”. Ansonsten bin ich eher der Typ, der mehrere Stunden durcharbeitet und dann aber auch richtig viel weiterbringt. Ich bin ja selbstständig und hab es mir auch angewöhnt an manchen Tagen 12h oder mehr zu arbeiten und dafür am nächsten Tag “feinere” Dinge zu erledigen. Das klappt ganz gut und ist aktuell mein effektivster Weg!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

    1. Hey Verena,

      es gibt hier auch nie ein richtig und falsch. Wichtig ist, dass du dich gut fühlst und die Leistung bringst, die du dir vorstellst.

      Wenn dem natürlich nicht so ist, sollte man schauen was man ändern kann, aber wenn alles gut ist, dann sollte man es erstmal so lassen.

      Von daher freut es mich zu hören, dass du aktuell deinen Weg gefunden hast. 😊

    1. Über die Auswirkungen der Methode auf Studenten habe ich noch gar nicht nachgedacht, aber du hast Recht, die kurzen und dann sehr intensiven Lernphasen haben sicherlich ein weitaus besseres Verhältnis zu den herkömmlichen Lernmethoden.

  5. Sehr spannendes Thema! Von diesem Prinzip hatte ich tatsächlich noch nichts gehört, aber finde auch, dass regelmäßige Pausen wichtig sind. Aber wie du schon schreibst ist eine Pause nach 25 Minuten zu früh für die meisten Arbeiten. Daher finde ich deine Vorschläge ganz gut.

    Viele Grüße,
    Diana

    1. Danke für die netten Worte Diana!

      Genau das ist es, was ich erreichen möchte. Die Standardversionen all dieser Methoden stellen alle vor als wäre es etwas neues, aber niemand hinterfragt den Sinn ob die Anwendung noch aktuell ist.

  6. Neee, also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sowas für mich funktioniert. Bei mir hat sich die Methode bewährt, dass ich eine Aufgabe komplett erledige und anschließend gibt’s eine „Belohnung“ zum Beispiel in Form von Kaffee und einem Stück Schokolade, eine Stunde Lesezeit, ein Spaziergang mit meinen Hunden oder Ähnliches.

    LG von
    Kerstin

    1. Das gute ist ja, dass wir alle unterschiedlich sind und daher auch andere Möglichkeiten brauchen um produktiv zu arbeiten.

      Ich konnte selbst lange nichts mit dieser Methode anfangen. Mittlerweile kann ich es mir aber nicht mehr ohne vorstellen.

  7. Hey, ich bin auch so jemand, der immer mal kurze Pausen braucht. Meinetwegen müsste es keine Stunde Mittagspause geben, ich komme lieber fünf Minuten auf andere Gedanken, aber dafür öfter. 🙂
    Liebe Grüße,
    Marie

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